So findest du deinen Kraftplatz im Wald

Was ist eigentlich ein Kraftplatz?

Kraftplätze sind Orte in der Natur, an denen wir uns sofort wohl und sicher fühlen und eine tiefere Ruhe oder Klarheit empfinden. 

Oft sind diese in der Nähe von sehr alten Bäumen oder mit Moos bewachsenen Steinen, an besonderen Lichtungen im Wald oder an einem kleinen plätschernden Bachlauf. Manche Menschen fühlen an diesen Orten eine unbeschreibliche Energie und auch Magie, andere finden einfach den Platz wunderschön und halten sich gerne dort auf. 

Ich gehöre übrigens zur zweiten Gruppe. Kein Mystik, keine Magie. Ich finde diese Orte einfach wunderschön und sie tun mir gut.

Warum du deinen eigenen Kraftplatz haben solltest

Vielleicht fragst du dich, was dir ein solcher fester Ort im Wald eigentlich bringt. Ein eigener Kraftplatz dient in erster Linie als persönlicher Rückzugsort, an dem der Trubel des Alltags sofort in den Hintergrund tritt und das Nervensystem zur Ruhe kommen kann. 

Wenn wir regelmäßig denselben Platz aufsuchen, entsteht eine vertraute Verbindung, die es uns ermöglicht, viel schneller zu entspannen und die eigenen Akkus wieder aufzuladen. Es ist ein Raum ohne Erwartungen und ohne Leistungsdruck, an dem man sich sammeln und neue Perspektiven gewinnen kann, wenn es im Leben einmal hektisch zugeht. 

Ein solcher Ort schenkt uns die nötige Erdung und hilft dabei, die innere Balance wiederzufinden und gestärkt in den Alltag zurückzukehren.

Franziska sitzt an einen Baum gelehnt in einem Wald, wo die Sonne reinscheint. Sie hat ein Bein angewinkelt und eines ausgestreckt.
(c) Isabella Fahrner

Wie findest du nun deinen eigenen Kraftplatz im Wald?

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Geh raus, erkunde den Wald abseits der Wege und vertrau darauf, dass du deinen Platz findest. Denn so einfach ist es tatsächlich.

Wenn du aber ein paar konkrete Impulse brauchst, kommen hier meine persönlichen Tipps, was für mich bei der Wahl wichtig ist:

  • Mein Platz muss nicht weit weg von der Zivilisation sein. Klar fände ich es besser, wenn ich mitten in einem großen Waldstück wäre wo alle Geräusche von Autos, Rasenmähern, Sportplätzen, Freibädern einfach total weg sind und ich nur mehr das Vogelgezwitscher und das Rascheln von Eichhörnchen höre. Aber ich bin ganz ehrlich mit dir: es ist mir einfach zu mühsam im Alltag diese weiten Wege auf mich zu nehmen, um irgendwo im nirgendwo sein zu können. Für mich ist also wichtig: ich bin in ein paar Minuten – bestenfalls zu Fuß – im Wald und an meinem Platz.
  • An dem Platz will ich mich sicher fühlen. Ich wähle also gerne Plätze, die etwas abseits der Wander- und Spazierwege sind, sodass ich ganz für mich allein sein kann bzw. ich mich zu mindest nicht beobachtet fühle. Das kann dann tatsächlich auch mal fast am Waldrand sein, wo ich noch Häuser durchblitzen sehe, ich aber nicht gesehen werde. Denn ja, das gibt mir Sicherheit und lässt mich somit besser zur Ruhe kommen.
  • Meine Plätze sind meist ein bisschen erhöht. Ich setze mich ungerne in eine Senke, da fühl ich mich einfach nicht wohl. Mir gefällt es besser auf einem großen Felsen oder auf einer Anhöhe. So hab ich auch einfach einen besseren Überblick über das, was so um mich herum geschieht. Und irgendwie fühlt es sich dort auch einfach freier an.
  • Ich liebe es auch in der nähe von Bächen zu sitzen. Dieses stetige rauschen beruhigt mich und blendet auch besser Zivilisationsgeräusche aus. Das ist super entspannend und lässt mich nochmal leichter aufatmen.
Man sieht eine Hand, die gerade nach einem Blatt auf einem mit Moos bewachsenen Ast am Waldboden greift.
(c) Isabella Fahrner
  • Manchmal gibt es an meinen Plätzen eine Sitzbank, machmal aber auch nur den Waldboden. Dafür hab ich meist ein Sitzkissen dabei, das wasserdicht ist und isoliert. So kann ich mich überall hinsetzen und länger verweilen.
  • Die besten Plätze finde ich, wenn ich meinem Gefühl folge. Heißt: wenn mir in den Sinn kommt, dass ich jetzt nach rechts abbiege, dann biege ich nach rechts ab. Wenn dann der Impuls kommt, ich könnte ja noch ein paar Meter weiter gehen, dann mache ich das. Manchmal fühlt es sich sogar so an, als würde es mich buchstäblich dort hin ziehen.
  • Ich hab aufgehört mit den Druck zu machen, DEN PERFEKTEN Platz zu finden. Für mich ist perfekt genug, wenn ich mich wohl fühle, wenn es dort „hübsch“ ist, wenn es was zu entdecken gibt, wenn ich dort verweilen will. Weitere Indizien für meinen neuen Platz sind auch, wenn meine Schultern von selbst runtersacken und ich automatisch tiefer und ruhiger atme. Das sind die Zeichen, die mir mein Körper gibt, wenn ein Ort zu mir passt.
  • Ich mach mich nur auf die Suche nach meinem zukünftigen Platz, wenn ich alleine im Wald unterwegs bin. Denn sonst bin ich viel zu abgelenkt und stelle mich eher auf die andere Person ein, als nur auf mich zu hören.
  • Mein Kraftplatz ist eigentlich eine Sammlung mehrerer Lieblingsplätze an verschiedenen Orten. Denn es muss nicht immer nur ein Platz sein, es dürfen gerne auch mehrere sein.

Zusammengefasst: dein Kraftplatz ist DEIN persönlicher Rückzugsort der dir Kraft schenkt, wenn dir alles zu viel wird und du deine Ruhe brauchst. Er lässt dich entspannen und tiefer atmen. Dort darfst und kannst du einfach nur sein. Vertrau darauf, dass du deinen oder deine findest. 

Waldige Grüße – Deine Franzi