Angst im Wald – Ist sie überhaupt berechtigt?

Wenn ich abseits der Wege durch den Wald streife, fühle ich mich normalerweise pudelwohl, fast so wie daheim in meinem Wohnzimmer. Da schaltet mein ganzer Körper sofort auf Entspannung und pure Freude um. 

Aber wehe, es wird langsam finster. Dann schlägt dieses gute Gefühl bei mir ganz schnell in ein echtes Unwohlsein um. 

Mein Blick wird wacher, ich spitze meine Ohren, mein Puls erhöht sich, meine Schritte werden schneller und ich werfe viel öfter einen Blick über meine Schulter. 

Kommt dir das bekannt vor? Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Manchen geht es sogar am helllichten Tag so, vor allem wenn der Wald besonders dicht und dunkel ist. Aber wovor haben wir da genau Angst? Was kann uns im Wald wirklich passieren? Schauen wir uns das mal etwas genauer an.

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Was im Wald wirklich schiefgehen kann

Die größte Gefahr ist tatsächlich das Wetter, auch wenn man das oft unterschätzt. Wenn es richtig stürmt und blitzt oder im Winter viel nasser Schnee auf den Ästen lastet, können Bäume einfach umknicken oder Äste runterfallen. Und das müssen nicht nur leichte Zweige sein, das können auch richtig schwere Äste sein, die einen ordentlich erwischen. Das passiert oft ohne Vorwarnung und da hilft nur eins: bei starkem Sturm oder Gewitter bleibt man einfach aus dem Wald draußen.

Eine andere Sache, die zwar nervig, aber real ist, sind Zecken. Die sitzen im hohen Gras und können Krankheiten übertragen. Aber mit einer langen Hose und einem gründlichen Check, wenn man wieder daheim ist, hat man das sehr gut im Griff.

Und was ist mit den Tieren? Ja, wir haben Wildschweine, Rehe, Luchse und ab und zu hört man auch wieder was von Wölfen oder Bären. Das klingt im ersten Moment gruselig, aber die Tiere haben normalerweise viel mehr Angst vor uns als wir vor ihnen. Den Luchs zum Beispiel wirst du mit ziemlicher Sicherheit nie zu Gesicht bekommen. Er ist so scheu, dass er dich längst gesehen, gerochen und das Weite gesucht hat, bevor du auch nur ahnst, dass er da war. Und die Chance, in Österreich einem Bären zu begegnen, ist geringer als ein Lottosechser. Gefährlich wird es nur dann, wenn man eine Wildsau mit ihren Jungen überrascht und erschreckt oder ein Tier so richtig in die Enge treibt. In so einer Situation ist ganz wichtig: Abstand halten, ruhig bleiben und sich langsam zurückziehen. 

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Das Kopfkino mit dem bösen Wolf

Und dann sind da noch die ganzen Geschichten vom bösen Wolf oder dem verrückten Massenmörder, der im Wald auf jemanden wartet. Ganz ehrlich: Dass dir im Wald wirklich jemand was tut, ist so unwahrscheinlich, dass es statistisch kaum  vorkommt. Das ist eher der Stoff aus Horrorfilmen und Krimis, die den Wald halt gern als gruselige Kulisse hernehmen.

Wenn man es also ganz logisch betrachtet, sind die Gefahren im Wald überschaubar und man kann gut damit umgehen.


Aber warum wir trotzdem diese Gänsehaut kriegen, sobald die Dunkelheit einbricht, hat einen ganz anderen Grund. Das liegt nämlich tief in uns drin. Und davon erzähle ich dir im nächsten Beitrag.

Was mich jetzt interessiert mich noch: Wie gehts dir dabei? Fühlst du dich wohl im Dunklen oder spürst du eher eine innere Unruhe? Gehst du im Dunklen überhaupt in den Wald?

Schreib mir gerne deine Erfahrungen per Mail an hallo@waldweile.at

Waldige Grüße – Deine Franzi