In diesem Moment, wenn ich einen Wald betrete, sozusagen über die Schwelle von endloser Weite zu dichten Bäumen steige, komme ich nach Hause.
Ich war nicht immer so auf Wald und Natur. Obwohl ich es als Kind liebte, im Wald kleine Häuser aus Ästen und Laub zu bauen, mit meinem Papa durch den Wald zu streifen um Schwammerl zu suchen oder mit meinen Cousins in einer Hecke unser gemütliches Versteck einzurichten, hab ich mich ein paar Jahre später ziemlich von der Natur entfernt. Es war halt einfach nicht mehr cool, in der Natur abzuhängen (außer um heimlich und unbeobachtet rauchen zu können).
In meinen Zwanzigern bin ich aufs Wandern gekommen. Und natürlich bin ich da auch durch Wälder gewandert. Aber es war eher „nur“ ein Wegstück zum Ziel, das halt zufällig durch den Wald ging.
Dann kam ein Wendepunkt.
Durch einen Mountainbike-Unfall wurde meine Welt durchgerüttelt. Ich konnte 6 Wochen nicht arbeiten, war entweder alleine zu Hause oder spazieren im Wald. Es war wie ein Reset, den ich mich aber noch nicht traute, auch wirklich zu nutzen. So ging ich nach den 6 Wochen wieder zur Arbeit, die mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat. Bis ich etwa 3 Monate später auf einem Berg mitten in Kanada plötzlich den Entschluss gefasst habe: ich kündige!
Gedacht, getan.
Ich startete die Ausbildung zur Diplomierten Kräuterpädagogin – ohne Ahnung, aber mit viel Neugier. Bei meiner Diplomarbeit stieß ich auf „Waldbaden“.
Also hängte ich noch die Ausbildung zur Waldbaden-Trainerin an, las alle möglichen Bücher dazu und sammelte alles Wissen zur Funktion des Waldes und den Abläufen der Natur.
Ich war absolut fasziniert vom Wald.
Jedoch merkte ich relativ schnell, dass mir das ganze Wissen nicht genug war. Ich wollte es selber erleben! Raus aus dem Kopf (denn da bin ich als rationaler Mensch eh die meiste Zeit), rein ins Fühlen.
So nahm ich an einem mehrtägigen Waldbaden-Retreat teil und spürte zum allerersten Mal so richtig, was der Wald mit mir machte.

Ich war noch nie so ruhig, so bei mir, so echt. Das Moos unter meinen Füßen, der Geruch der Bäume – alles fühlte sich auf einmal so nah an.
Ich fühlte mich, als wäre ich hier und jetzt genau richtig. Dieses Gefühl hab ich schon sehr sehr lange nicht mehr gespürt. Eher das Gegenteil. Aber im Wald durfte ich ICH sein. Ohne Bewertung von außen, ohne aufzupassen, eh alles richtig zu machen. Ich musste so sehr weinen. Es war so befreiend und auch so wunderschön.
Mit meinem Blog und meiner Arbeit als Waldbaden-Trainerin möchte ich dir und den Menschen einen Raum in der Natur schaffen, in dem du lernst, ganz DU zu sein und auch endlich diese befreiende Ruhe zu spüren.
Wenn ich ganz ehrlich bin, ich habe es alleine leider nie wieder geschafft, mich so auf den Wald und mein Inneres einzulassen, wie ich es bei dem Retreat erlebt habe. Ich merke, wie ich zur Ruhe komme, aber dieses tiefe Erleben und Sein fällt mir alleine sehr schwer.
Deshalb gibt es auch meine Waldbaden-Veranstaltungen, wo ich es dir erleichtere, deine Verbindung zur Natur und zu dir wieder so richtig zu spüren. Gemeinsam gelingt es uns auch oft besser, ganz in diese heilsame Ruhe einzutauchen und sie zu genießen.
Mein Wunsch ist es, dass alle Menschen den Wald und alles drum herum genauso magisch, interessant und schützenswert wahrnehmen, wie ich. Ganz ohne Hokuspokus und Esoterik. Denn das bin ich nicht. Ich bin einfach nur ein Naturkind, für das der Wald ein Wohnzimmer mit abwechslungsreicher Spielecke ist.
